Ich habe den Wind gefragt
Gedicht von Valeria Marra. Es drückt aus, was für uns Tango bedeutet
(Alexander und Alexandra)
Blumen, euch frage ich:
Gelangt das Flüstern unserer Schritte bis zu euch?
Wind, ich frage dich,
vermagst du das leichte Aufschrecken
unserer beider Atem zu ergreifen?
Das Gedicht geht weiter. Klicke auf "Weiterlesen".
Himmel, dich frage ich, kannst du auch aus der Ferne noch unseren Wimpern-Schlag erkennen?
Sich verlieren, weder Raum noch Zeit, abwesend, ohne die Körperlichkeit der Dinge, aber anwesend für dich, der du meine Hand nimmst, mein Leben umarmst, mein Herz berührst.
Ein Tanz, ein Gehen, ein stummer Gesang, ein Zuhören. Schrei der Freude, ein verhülltes Lächeln. Ein Tanz, ein Gehen.
Es ist die Magie des Augenblicks, die den Schritt anregt, die dich führt, die mich führt, die in uns anwächst, die über die Ufer tritt, und zur Umarmung wird, zum Flüstern, zum Aufschrecken, zum Wimpern-Schlag.
Verhalten, gefiltert, wird diese magische Stimmezu meinem Gesang, zu deinem Gesang, zum Tanz der Schritte, der Hände, der Herzen.
Süß ist der Atem, die Wimpern sind zart, sich schließen, vergessendie Welt, die Dinge, nach innen sich öffnen, und sehen, dein Herz.
Der Blick versinkt darin, es öffnet sich die Handund fühlt dich, empfängt dich, sie läßt sich von dir führen.
Weiß und leuchtend - Licht, das sich verströmt. Eine Entdeckung, ein Erstaunen? Das Kennenlernen einer Welt, die verschleiert lag, so lange.
Es ist im Innern ein Spüren von Hunger nach Leben, von Durst nach Liebe, schweigenden Verlangens.
Und die Hand führt mich.

Entschieden, aber langsam, löst sich der Schritt, wie an feinem Faden gebunden, nach deinem Herzen hin, es zieht mich, ich fühle mich gezogen.
Und die Welt verblaßt.
Ist es ein Ankommen, oder Aufbruch? Es ist nur ein Gehen und singend, spielend, Sich-hören-Lassen.
Gedicht von Valeria Marra
